Die Wahl der richtigen Anbau-Methode ist eine der wichtigsten Entscheidungen für jeden Cannabis-Grower – und in Deutschland 2026 ist sie komplexer denn je. Mit der Teillegalisierung durch das Cannabisgesetz (CanG) wächst die Zahl der Hobby-Grower und Cannabis Social Clubs (CSCs), die sich fragen: Welche Methode liefert die besten Ergebnisse? Welche passt zu meinem Budget, meiner Erfahrung und meinen Zielen?
Dieser Artikel vergleicht die drei wichtigsten Anbau-Methoden evidenzbasiert und ohne ideologische Brille – denn in der Diskussion um Living Soil vs. Hydroponik vs. Steinwolle gibt es viele Mythen, aber vergleichsweise wenig harte Daten.
Stand: 2026-06-11 | Qualitätsgeprüft
→ Living Soil & No-Till – Der Öko-Ansatz → Hydrokultur (Hydroponik) – erdeloser Anbau → Bioponik – Biologische Hydroponik → Substrat & Erde – Grundlagen
Hinter den drei Methoden stehen grundlegend unterschiedliche Ansätze, wie die Cannabis-Pflanze mit Nährstoffen versorgt wird:
Living Soil (Lebendboden): Die Pflanze wächst in einem lebendigen Ökosystem aus Bakterien, Pilzen, Protozoen und Bodenorganismen. Diese zersetzen organische Materie und machen Nährstoffe pflanzenverfügbar. Der Grower füttert nicht die Pflanze, sondern das Bodenleben. Die Pflanze nimmt genau das auf, was sie braucht.
Hydroponik (erdeloser Anbau): Die Pflanze wächst in einem inerten Substrat (oder ohne Substrat) und wird direkt mit einer präzisen Nährlösung versorgt. Der Grower übernimmt die Rolle des Bodenlebens und kontrolliert jeden chemischen Parameter im Wurzelbereich – pH, EC, Nährstoffzusammensetzung.
Steinwolle (Mineralisches Substrat): Die Pflanze wächst in Steinwolle – einem inerten, mineralischen Substrat, das wie Hydroponik mit mineralischen Düngern versorgt wird. Im Gegensatz zur Hydrokultur wird die Nährlösung jedoch nicht zirkuliert, sondern periodisch zugeführt und abfließen lassen (Run-to-Waste) oder in einem geschlossenen Kreislauf wiederverwendet.
Kernunterschied auf einen Blick:
| Aspekt | Living Soil | Hydroponik | Steinwolle |
|---|---|---|---|
| Nährstoffquelle | Organische Materie → mikrobieller Aufschluss | Direkte mineralische Nährlösung | Mineralische Dünger + inertes Substrat |
| Kontrollgrad | Niedrig (System reguliert sich selbst) | Sehr hoch (Grower kontrolliert alles) | Hoch (Grower steuert Bewässerung & Düngung) |
| Fehlertoleranz | Hoch (Puffer durch Bodenleben) | Niedrig (schnelle Probleme bei Fehlern) | Mittel (etwas Puffer durch Substrat) |
| Technikaufwand | Gering (nur Gießen) | Hoch (Pumpen, Sensoren, Steuerung) | Mittel (Bewässerungssystem nötig) |
| Anfangsinvestition | Gering bis Mittel | Mittel bis Hoch | Mittel |
| Laufende Kosten | Gering (Wasser + gelegentliche Top-Dressings) | Mittel (Nährstoffe, Strom, Wartung) | Mittel (Nährstoffe, Steinwolle) |
Living Soil ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Ökosystem im Topf. Ein guter Living-Soil-Mix besteht typischerweise aus:
* Hochwertiger Kompost – Liefert Mikroorganismen und organische Substanz * Wurmkompost (Vermicast) – Reich an Nährstoffen und nützlichen Mikroben * Mineralische Zusätze – Basaltmehl, Zeolith, Gips (liefern Spurenelemente und verbessern die Bodenstruktur) * Organische Komponenten – Neem-Kuchen, Hornmehl, Knochenmehl, Algenmehl * Mulch-Schicht – Schützt die Oberfläche, speichert Feuchtigkeit, fördert Bodenleben * Mykorrhiza-Pilze – Bilden Symbiose mit den Wurzeln und vergrößern den Wurzelbereich
Die Pflanze gibt über ihre Wurzeln Exudate (Zucker, Aminosäuren) ab, um Mikroorganismen anzulocken. Im Gegenzug zersetzen Bakterien und Pilze organische Materie und machen Nährstoffe in pflanzenverfügbarer Form verfügbar. Die Pflanze nimmt auf, was sie braucht – ein selbstregulierendes System.
Praktische Anwendung: * Topfgröße: mindestens 15–40 Liter pro Pflanze (je nach Sorte und Wachstumsdauer) * Reifephase des Bodens: 4–8 Wochen vor dem Pflanzen (der Boden muss „leben“) * Bewässerung: Nur mit klarem Wasser – kein Düngen, kein pH-Messen nötig * Top-Dressing: Gelegentlich organische Zusätze auf der Bodenoberfläche (alle 2–4 Wochen)
* Geringer Technikaufwand: Kein pH-Meter, keine EC-Messung, keine Nährlösung. Hauptsächlich Gießen. * Hohe Fehlertoleranz: Das Bodenleben puffert Fehler ab – zu viel oder zu wenig Düngung wird durch die Mikrobiologie kompensiert. * Komplexes Aromaprofil: Viele Grower berichten von einem „runderen”, volleren Geschmack mit ausgeprägter Basisnote. Die Bodenmikrobiologie liefert der Pflanze eine breitere Palette sekundärer Pflanzenstoffe. * Nachhaltigkeit: Organischer Kreislauf, Wiederverwendung des Bodens über mehrere Zyklen hinweg, geringer Wasserverbrauch. * Kein Flush nötig: Da keine Mineralsalze verwendet werden, entfällt das Spülen vor der Ernte.
* Langsamere Reaktion: Wenn ein Mangel auftritt, dauert es länger, bis die Mikrobiologie die Nährstoffe mobilisiert – Korrekturen sind langsamer als bei Hydroponik. * Große Topfvolumina: 15–40 Liter pro Pflanze erfordern Platz – bei beengten Grow-Zelten oder Gewächshäusern ein limitierender Faktor. * Längere Vorbereitungszeit: Der Boden braucht 4–8 Wochen, um sich zu etablieren. Wer sofort anbauen will, ist hier falsch. * Weniger Kontrolle: Wer präzise steuern will (z. B. Crop Steering), hat weniger Eingriffsmöglichkeiten. * Qualitätsabhängigkeit: Ein schlecht gemischter oder unreifer Living Soil kann mehr schaden als nützen.
Living Soil liefert in der Regel etwas geringere Erträge als optimierte Hydroponik-Systeme – typischerweise 10–25 % weniger pro Quadratmeter. Der Unterschied variiert stark je nach Erfahrung des Growers, Sorte und Umweltbedingungen. Für viele Konsumenten wird dieser Ertragsunterschied durch die wahrgenommene Qualität mehr als kompensiert.
Bei der Hydroponik wächst die Cannabis-Pflanze ohne Boden – die Wurzeln hängen direkt in einer mit Sauerstoff angereicherten Nährlösung oder werden regelmäßig mit Nährlösung besprüht. Die wichtigsten Systemvarianten:
| System | Funktion | Komplexität |
|---|---|---|
| DWC (Deep Water Culture) | Wurzeln hängen permanent in oxygenierter Nährlösung | Gering |
| RDWC (Recirculating DWC) | Mehrere Behälter mit zirkulierender, oxygenierter Nährlösung | Mittel |
| NFT (Nutrient Film Technique) | Dünne Nährlösungsschicht fließt kontinuierlich an Wurzeln vorbei | Mittel |
| Ebb-and-Flow (Flut & Ebbe) | Wurzelbereich wird periodisch geflutet und entwässert | Mittel |
| Aeroponik | Wurzeln werden mit feinem Nährlösung-Nebel besprüht | Hoch |
| Top-Drip / Run-to-Waste | Nährlösung wird von oben zugeführt und läuft ab (oder wird recycelt) | Gering bis Mittel |
Kernprinzip: Der Grower kontrolliert alle Parameter direkt: * pH-Wert: 5,5–6,5 (idealerweise 5,8–6,2) * EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit): Je nach Wachstumsphase 0,8–2,5 mS/cm * Wassertemperatur: 20–24 °C * Sauerstoffgehalt: Durch Air-Pumps, Venturi-Düsen oder Ultraschallzerstäubung
* Höchste Erträge: Unter optimalen Bedingungen liefert Hydroponik die maximale Biomasse pro Quadratmeter – schnelleres Wachstum, kürzere Vegetationsphasen, größere Blüten. * Schnelle Reaktion: Nährstoffmängel können innerhalb von Stunden korrigiert werden – die Pflanze reagiert sofort. * Volle Kontrolle: Jeder Parameter ist einstellbar – ideal für erfahrene Grower, die Crop Steering betreiben möchten. * Platzeffizienz: Aeroponik und NFT ermöglichen hohe Pflanzendichten. * Wassereffizienz: Geschlossene Systeme recyceln Wasser und verbrauchen weniger als offene Bodensysteme.
* Geringe Fehlertoleranz: Ein Pumpenausfall, ein verstopfter Düse oder ein falscher pH-Wert können innerhalb von Stunden zu schweren Schäden führen – besonders bei Aeroponik. * Hoher Technikaufwand: Sensoren, Pumpen, Steuerungen, Wartung – Hydroponik erfordert technisches Verständnis und regelmäßige Überwachung. * Stromabhängigkeit: Ohne Strom keine Bewässerung und keine Sauerstoffversorgung. Ein Stromausfall kann die gesamte Ernte gefährden. * Flush nötig: Vor der Ernte müssen Mineralsalze ausgespült werden (typischerweise 7–14 Tage), um einen sauberen, weichen Rauch zu gewährleisten. * Laufende Kosten: Nährstoffe, Ersatzpumpen, Filter, Strom – die Betriebskosten sind höher als bei Living Soil. * Systemhygiene: Warme, nährstoffreiche Lösungen sind ein idealer Nährboden für Pathogene (Pythium, Fusarium) – bei mangelnder Sauerstoffversorgung droht Wurzelfäule.
Hydroponik-Systeme liefern unter optimalen Bedingungen die höchsten Erträge – oft 10–30 % mehr als vergleichbare Bodenkultur. Besonders bei erfahrenen Growern mit gut abgestimmten Systemen sind signifikante Ertragsvorteile möglich.
Steinwolle (auch Steinwoll-Platten oder -würfel) ist ein inertes, mineralisches Substrat aus geschmolzenem Basalt und Kalk. Es speichert Wasser und Nährstoffe, bietet aber keine biologische Aktivität wie Living Soil. Die Pflanze wird mit mineralischen Düngern versorgt – ähnlich wie bei Hydroponik, aber ohne zirkulierende Lösung.
Praktische Anwendung: * Steinwoll-Würfel für Keimung und Setzlinge * Steinwoll-Platten für die vegetative und Blütephase * Bewässerung mit Nährlösung über Tropfbewässerung oder Handgießen * EC- und pH-Kontrolle der Nährlösung (wie bei Hydroponik) * Run-to-Waste (Abfluss) oder Recycling der Nährlösung
Besonderheit: Steinwolle hat eine hohe Wasserspeicherkapazität (bis zu 80 % des Volumens), aber eine geringe Pufferkapazität für Nährstoffe im Vergleich zu Living Soil. Die Bewässerung muss daher präzise dosiert sein.
* Gute Wasserspeicherung: Steinwolle speichert Wasser effizient – die Pflanze kann zwischen Gießgängen überleben. * Einfache Handhabung: Keine komplexen Pumpen oder Zirkulationssysteme nötig – Tropfbewässerung oder Handgießen reicht. * Gute Kontrolle: pH und EC der Nährlösung sind einstellbar – weniger komplex als Hydroponik, aber mehr Kontrolle als Living Soil. * Hygienisch: Inertes Substrat – weniger Risiko für Bodenpathogene als bei Living Soil. * Skalierbar: Einfach erweiterbar – ideal für CSCs und kleine kommerzielle Anlagen.
* Kein biologischer Puffer: Wie Hydroponik hat Steinwolle keine mikrobielle Pufferung – Fehler bei pH oder Düngung wirken sich schneller aus. * Nährstoffauswaschung: Bei Überbewässerung gehen Nährstoffe verloren – präzises Gießen ist wichtig. * Entsorgung: Gebrauchte Steinwolle ist nicht kompostierbar und muss als Sondermüll entsorgt werden – ein Nachhaltigkeitsnachteil. * EC-Management: Die EC im Steinwolle-Substrat kann sich zwischen Gießgängen verschieben – regelmäßige Kontrolle ist nötig. * Flush nötig: Wie bei Hydroponik müssen Mineralsalze vor der Ernte ausgespült werden.
Steinwolle liegt in der Regel zwischen Living Soil und Hydroponik – bei guter Steuerung vergleichbar mit Hydroponik-Erträgen, bei suboptimaler Steuerung eher im Living-Soil-Bereich.
| Methode | Ertrag (g/m²) | Abhängigkeit von Erfahrung |
| ——— | ————— | ————————— |
| Living Soil | 300–500 g/m² | Gering – System verzeiht Fehler |
| Hydroponik | 400–700 g/m² | Hoch – Optimierungspotenzial nur mit Erfahrung |
| Steinwolle | 350–600 g/m² | Mittel – Steuerung lernbar |
Wichtig: Diese Werte sind Richtwerte und variieren stark je nach Sorte, Licht, Klima und Erfahrung des Growers. Die Spanne innerhalb jeder Methode ist größer als der Unterschied zwischen den Methoden.
Die Frage, welche Methode den besseren Geschmack liefert, ist ideologisch aufgeladen und wissenschaftlich kaum abschließend geklärt:
Living Soil: * Viele Grower berichten von einem komplexeren, runderen Aromaprofil mit ausgeprägter Basisnote * Die Bodenmikrobiologie liefert eine breitere Palette sekundärer Pflanzenstoffe * Allerdings: Verschiedene auf Living Soil angebauten Strains unterscheiden sich weniger im Aroma als mineralisch angebaute Strains
Hydroponik & Steinwolle: * Klare, dominierende Herz- und Kopfnoten – die Aromen einzelner Strains sind deutlicher unterscheidbar * Durch Crop Steering und präzise Nährstoffführung kann das Aroma gezielt beeinflusst werden * Flush vor der Ernte ist entscheidend für einen sauberen Geschmack
Fazit: Die Genetik und die Umweltbedingungen (Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) haben einen größeren Einfluss auf das Aromaprofil als die Anbau-Methode selbst. Die Methode ist ein Faktor – aber nicht der entscheidende.
| Kostenfaktor | Living Soil | Hydroponik | Steinwolle |
|---|---|---|---|
| Anfangsinvestition | 50–150 € (Topf, Boden, Zusätze) | 200–1.000+ € (System, Pumpen, Sensoren) | 100–300 € (Steinwolle, Tropfsystem, Dünger) |
| Laufende Kosten/Jahr | 20–50 € (Wasser, gelegentliche Top-Dressings) | 100–400 € (Nährstoffe, Strom, Ersatzteile) | 80–200 € (Nährstoffe, Steinwolle-Ersatz) |
| Stromverbrauch | Minimal (nur Licht) | Hoch (Pumpen, Steuerung, ggf. Chiller) | Mittel (Tropfsystem, Licht) |
| Wasserverbrauch | Gering | Sehr gering (geschlossene Systeme) | Mittel (Run-to-Waste) |
| Entsorgung | Kompostierbar | Technikentsorgung | Sondermüll (Steinwolle) |
Hinweis: Die Kosten variieren stark je nach Anbaugröße und Auslastung. Für einen einzelnen Hobby-Grower sind die Unterschiede geringer als für einen CSC mit 200+ Mitgliedern.
Lorenz Minks, Gründer von Research-Gardens und einer der wenigen deutschsprachigen Cannabis-Consultants mit Hortikultur-Studium und Hektar-Praxis (1,5 ha in der Schweiz), fasst die Situation 2026 so zusammen:
Zwei Pfade für deutsche Grower:
„Wer 'Techniker' ist, fährt mit Steinwolle, einem Crop-Steering-Bewässerungs-System (Smarthome-Setup für unter 50 €), mineralischem Dünger wie Athena und gibt ihm. Das Ergebnis: maximale Erträge, definiertes Aromaprofil, schnelles Reagieren auf Fehler möglich.
„Wer 'Pragmatiker' ist, kauft Erde, biologischen Trockendünger und gibt ihm. Je mehr biologisches Leben, desto mehr 'Living Soil'. Das Ergebnis: geringere Erträge, dafür komplexes Aroma und geringere Fehleranfälligkeit bei höherem Zufallsfaktor.
Minks' wichtigster Hinweis zum Indoor-Living-Soil:
„Man versucht schon bei der Kontrolle der Kardinal-Parameter Temperatur, Luftfeuchte, Lichtintensität, CO₂-Gehalt, Bodenfeuchte, Bodentemperatur und der richtigen Zusammensetzung der 17 essentiellen Nährstoffe 'Gott zu spielen'. Jetzt auch noch die korrekte Zusammensetzung von Mikroben, Pilzen, Anteil pflanzenverfügbarer vs. nicht-pflanzenverfügbarer organischer Nährstoffe, Sauerstoff und Zuckern im Boden zu kontrollieren, multipliziert die Anzahl zu kontrollierenden Parameter und damit das Fehlerpotential noch einmal deutlich.“
Und der größte Nachteil von Living Soil im Indoor:
„Die kleinen Spalten der Räumlichkeiten sind oft gerade so groß genug für den Eintritt von Schädlingen wie Thripsen und Spinnmilben, jedoch zu klein für Nützlinge wie Marienkäfer.”
Quelle: Hanf-Magazin – Lorenz Minks im Interview (22.05.2026)
* Du Anfänger bist und ein verzeihendes System suchst * Du minimalen Technikaufwand bevorzugst * Du Wert auf Nachhaltigkeit und organischen Anbau legst * Du genug Platz für große Töpfe (15–40 Liter) hast * Du bereit bist, 4–8 Wochen für die Bodenreifung zu investieren * Dir ein komplexes Aromaprofil wichtiger ist als maximaler Ertrag * Du kein pH-Meter und keine Nährlösung verwenden möchtest
* Du erfahren bist und technisches Verständnis mitbringst * Du maximale Erträge pro Quadratmeter erzielen willst * Du präzise Kontrolle über alle Parameter haben möchtest * Du engen Platz hast und die Pflanzendichte maximieren willst * Du bereit bist, in Technik und Wartung zu investieren * Du Crop Steering betreiben und das Aroma gezielt beeinflussen willst * Du ein Backup-System für Stromausfälle vorsiehst
* Du einen pragmatischen Mittelweg suchst * Du gute Kontrolle mit moderatem Technikaufwand willst * Du CSC oder kleinen kommerziellen Anbau betreibst * Du einfache Skalierbarkeit brauchst * Du mit mineralischen Düngern arbeiten möchtest, aber keine zirkulierende Lösung brauchst * Du flexibel bei der Bewässerungssteuerung sein willst
Living Soil: * Hochwertiger Kompost (z. B. Bio-Kompost, Wurmkompost) * Basaltmehl, Zeolith, Gips * Organische Dünger: Neem-Kuchen, Hornmehl, Algenmehl * Große Töpfe (mind. 15 Liter, besser 20–40 Liter) * Mulch-Material (Stroh, Laub, Holzhäcksel)
Hydroponik: * DWC-Systeme: Einfache Eimer mit Air-Pump (Einsteiger) * RDWC: Mehrere Behälter mit Zirkulation (Fortgeschritten) * Aeroponik: High-End-Systeme für maximale Erträge * pH-Meter, EC-Meter, Thermometer (essentiell) * Nährstoffe: CANNA, Advanced Hydroponics of Holland, Terra Aquatica * Chiller (ab 4+ Behältern empfohlen)
Steinwolle: * Steinwoll-Platten (z. B. Grodan, Cultilene) * Tropfbewässerungssystem mit Timer * pH-Meter und EC-Meter * Mineralische Dünger (z. B. Athena, CANNA Hydro) * Auffangbehälter für Run-to-Waste
Living Soil: * ❌ Zu kleine Töpfe (unter 15 Liter) * ❌ Unreifer Boden (weniger als 4 Wochen Reifung) * ❌ Überwässerung (Boden muss zwischen Gießgängen abtrocknen) * ❌ Verwendung von Mineraldüngern (zerstört das Mikrobiom) * ❌ Zu dichte Bepflanzung für das Topfvolumen
Hydroponik: * ❌ Keine pH-/EC-Kontrolle * ❌ Keine Backup-Pumpe oder Stromversorgung * ❌ Überhitzte Nährlösung (über 24 °C) * ❌ Mangelnde Sauerstoffversorgung * ❌ Verstopfte Düsen oder Schläuche (regelmäßig reinigen!) * ❌ Kein Flush vor der Ernte
Steinwolle: * ❌ Überbewässerung (Auswaschung von Nährstoffen) * ❌ Keine EC-Kontrolle im Substrat * ❌ Zu seltenes Gießen (Trockenstress) * ❌ Falsche Nährlösungskonzentration * ❌ Kein Flush vor der Ernte
Viele erfahrene Grower kombinieren Elemente verschiedener Methoden:
Organische Hydroponik (Bioponik): Hydroponik-Systeme mit organischen Nährstoffen – vereint die Kontrolle der Hydroponik mit der Nachhaltigkeit des organischen Anbaus. Technisch anspruchsvoll, aber vielversprechend.
Steinwolle + organische Dünger: Steinwolle als Substrat, aber mit organischen Flüssigdüngern statt Mineralsalzen – ein Kompromiss zwischen Kontrolle und Nachhaltigkeit.
Living Soil + Top-Dressing: Living Soil als Basis, ergänzt durch gezielte organische Top-Dressings in der Blüte – kombiniert die Stabilität des Bodenlebens mit der Möglichkeit, Nährstoffe gezielt zu ergänzen.
No-Till Living Soil: Der Boden wird über mehrere Zyklen wiederverwendet und verbessert sich mit jeder Ernte – der ultimative nachhaltige Ansatz, aber erfordert Geduld und Erfahrung.
→ Siehe auch: Bioponik – Biologische Hydroponik
Es gibt keine universell beste Anbau-Methode – die optimale Wahl hängt von deinen individuellen Bedingungen ab:
| Entscheidungsfaktor | Living Soil | Hydroponik | Steinwolle |
| ——————— | ————- | ———— | ———— |
| Anfängerfreundlichkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Maximaler Ertrag | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |
| Aromakomplexität | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Fehlertoleranz | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Technikaufwand | ⭐ (minimal) | ⭐⭐⭐⭐⭐ (hoch) | ⭐⭐⭐ |
| Nachhaltigkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐ | ⭐⭐ |
| Platzeffizienz | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Kosten (laufend) | ⭐⭐⭐⭐⭐ (minimal) | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
Der beste Rat: Starte mit der Methode, die zu deinem Profil passt – und wechsle erst, wenn du die Grundlagen der Pflanzenphysiologie verstanden hast. Die beste Methode ist die, die du erfolgreich umsetzen kannst.
* Living Soil & No-Till * Hydrokultur (Hydroponik) * Bioponik * Substrat & Erde * Nährstoffe & Düngung * Bewässerung * pH-Wert & Düngung * Recht: Deutschland – CanG 2024
* Hanf-Magazin – Living Soil vs. Hydroponik: Which Growing Method Delivers Better Results? (28.05.2026) * Hanf-Magazin – Living Soil, Steinwolle, Hydroponik: Lorenz Minks rechnet mit Anbau-Mythen ab (22.05.2026) * Green Cult – Hydroponics vs. Soil: Who is the Winner? (2024) * Sensi Seeds – Was muss man als Anfänger über Erde und Hydrokultur wissen? * EchoGéo – Cannabis cultivation in the world: heritages, trends and challenges (Chouvy, 2019)
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 | Stand: 2026-06-11 | Tags: #anbau #living-soil #hydroponik #steinwolle #vergleich #anbaumethoden #grow-methods