Authors: Marlyse Meffo Kemda, Michela Marchi, Elena Neri, Nadia Marchettini, Valentina Niccolucci Year: 2024 DOI: 10.3389/fenvs.2024.1342330 Source: https://www.frontiersin.org/journals/environmental-science/articles/10.3389/fenvs.2024.1342330/full Tags: cannabis, non-medical, environmental
Kurzfassung (Deutsch): Die Studie von Meffo Kemda et al. (2024) führt eine Life‑Cycle‑Assessment (LCA) der Hanf‑Anbauphase und ausgewählter hanfbasierter Nahrungsmittel (Samenöl, Mehl) in Italien durch. Verglichen werden organischer Freiland‑, konventioneller Freiland‑ und Innenanbau; bewertet werden Klimafußabdruck, Eutrophierung, Versauerung und Wasserfußabdruck; zusätzlich wird die Kohlenstoffspeicherung in Ernterückständen nach IPCC‑Richtlinien abgeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Freilandanbau (insbesondere organisch) deutlich geringere Treibhausgasemissionen aufweist als energieintensive Innenkulturen, und dass die Nutzung aller Pflanzenteile bzw. die Rückführung von Ernterückständen die CO2‑Bilanz stark verbessern kann.
- Methode: Life‑Cycle Assessment (CML‑IA) auf Basis primärer Farmdaten für drei Anbauszenarien in Italien (organisch Freiland, konventionell Freiland, Indoor); funktionale Einheiten: 1 ha/Jahr und 1 kg Produkt; Impact‑Kategorien: Carbon Footprint (CO₂‑Äquivalente), Eutrophierung (EP), Versauerung (AP), Water Footprint (WF); Kohlenstoffspeicherung nach IPCC‑Methodik. - Hauptergebnisse: CO₂‑Fußabdruck der Kultivierung liegt zwischen ~1,2 kg CO₂eq/kg (organisch Freiland) und ~374 kg CO₂eq/kg (Indoor) für Körner. Kohlenstoffspeicherung durch Ernterückstände kann einen Teil der Emissionen kompensieren. Hanföl und Mehl zeigen hohe Emissionen (31,79 kg CO₂eq/kg Mehl), während getrocknete Blüten einen negativen Nettowert von −0,99 kg CO₂eq/kg aufweisen können, wenn Kohlenstoffspeicherung berücksichtigt wird. Die Nutzung der ganzen Pflanze verbessert die Nachhaltigkeit erheblich. - Bedeutung für Umwelt/Policy: Datenbasis für politische Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Hanf‑Produktionssysteme (Freiland, organisch, Kreislaufwirtschaft) und für Regulierungen/Anreize gegen energieintensive Indoor‑Produktion ohne CO₂‑Ausgleich; relevant für EU‑Green‑Deal‑Ziele.