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Structural Correlation Coefficient for Polymer Structural Composites—Reinforcement with Hemp and Glass Fibre

Authors: Mieczyslaw Scheibe, Magdalena Urbaniak, Andrzej Bledzki Year: 2025 DOI: 10.3390/polym17243295 Source: MDPI Polymers PubMed: PMID 41470970 PMC (Volltext): PMC12736950 Tags: cannabis, non-medical, environmental, industrial-hemp, composites

Stand: 2026-05-28

Hintergrund

Weltweit wächst das Problem der Entsorgung glasfaserverstärkter Kunststoffe (GFRP). Allein in der EU waren 2025 rund 6 Millionen Freizeitfahrzeuge (Yachten, Motorboote) aus GFRP registriert – mit einer Lebensdauer von 35–50 Jahren, nach denen sie entsorgt werden müssen. Die globale GFRP-Abfallmenge wird bis Ende 2025 auf 2,58 Millionen Tonnen geschätzt (DMR Report 2023).

Das Problem: Glasfaserverbundstoffe sind extrem schwer zu recyceln. Deponierung (USA), »Anchorage«-Verwahrung (Kanada) oder Verbrennung auf See (Nordische Länder) sind die aktuellen »Lösungen« – keine davon ist umweltverträglich.

Industriehanf (Cannabis sativa L.) als Naturfaser-Alternative bietet hier einen vielversprechenden Ausweg: Hanffasern (HF) sind nachwachsend, CO₂-neutral im Anbau und am Ende des Lebenszyklus nahezu vollständig energetisch verwertbar.

Ziele der Studie:

Methodik

Materialien

Versuchsaufbau

Fünf verschiedene Umgebungsbedingungen für mechanische Tests:

Umgebung Beschreibung
(0) Normalklima (Luft)
(1) Entmineralisiertes Wasser
(2) Süßwasser (Lake Miedwie)
(3) Brackwasser (Ostsee, 7,8‰ Salzgehalt)
(4) Salzwasser (Adriatisches Meer, 38‰ Salzgehalt)

Durchgeführte Prüfungen

Ergebnisse

Struktureller Korrelationskoeffizient WK

Der zentrale Wert der Studie: WK = 1,66 (6) – unter der Bedingung vergleichbarer Verstärkungs-Grammatur von HFRP zu GFRP.

Das bedeutet: Hanffaserverbundwerkstoffe erreichen mindestens 60 % der mechanischen Leistungsfähigkeit von Glasfaserverbunden. Durch Anpassung der Faserarchitektur (mehr Lagen, optimierte Webmuster) kann die Lücke weiter geschlossen werden.

Mechanische Eigenschaften (Auswahl)

Eigenschaft GFRP HFRP Verhältnis (HFRP/GFRP)
Maximale Zugkraft Referenz ~60–65 % 0,60–0,65
Biegefestigkeit Referenz ~55–62 % 0,55–0,62
Schlagzähigkeit (Luft) Referenz ~58–64 % 0,58–0,64
Schlagzähigkeit (Süßwasser) Referenz ~55–60 % 0,55–0,60
Schlagzähigkeit (Salzwasser 38‰) Referenz ~50–58 % 0,50–0,58

Umwelteinfluss: Die Schlagzähigkeit beider Materialien nahm mit steigendem Salzgehalt ab – der relative Abstand blieb jedoch weitgehend stabil.

Brand- und Entsorgungstests

Fazit: Hanffaserverbunde sind am Ende ihres Lebenszyklus vollständig thermisch verwertbar – Glasfaserverbunde nicht.

REM-Mikromorphologie

Die Rasterelektronenmikroskopie zeigte grundlegend unterschiedliche Bruchmechanismen:

Das duktilere Bruchverhalten von HFRP ist sicherheitstechnisch vorteilhaft (Vorwarnzeit vor Versagen).

Diskussion & Bedeutung

Umweltpolitische Implikationen

Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket (2015), die EU-Kunststoffstrategie (2018) und das H2020-Rahmenprogramm fordern die Ablösung nicht-recycelbarer Materialien. Hanffaserverbundstoffe adressieren diese Anforderungen direkt:

Anwendungspotenzial

Die Studie fokussiert auf den Boots- und Schiffsbau – eine Industrie mit Millionen von Einheiten allein in der EU. Hanffaserverbunde könnten hier perspektivisch einen signifikanten Anteil der Glasfasern ersetzen, insbesondere bei:

Methodische Einordnung

Stärken:

Limitationen:

Fazit für die Praxis

Quellen

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Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 | Quelle: Polymers (MDPI), 2025 – Open Access