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Cannabis-Glossar – Die wichtigsten Fachbegriffe von A bis Z

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Cannabis – von Anbautechniken über Cannabinoide bis zu rechtlichen Konzepten. Es dient als schnelles Nachschlagewerk für Einsteiger und fortgeschrittene Leser des CannaWiki.

Stand: 2026-06-01

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A

Adenosin-Rezeptor : Ein Rezeptor im Gehirn, der Müdigkeit signalisiert. Koffein wirkt als Antagonist an diesen Rezeptoren und blockiert das Müdigkeitssignal.

Anandamid (Arachidonylethanolamid) : Das erste entdeckte Endocannabinoid (1992). Wird oft als „Bliss-Molekül“ bezeichnet und spielt eine Schlüsselrolle beim „Runner's High” nach sportlicher Betätigung. Chemisch verwandt mit THC.

Anbauvereinigung (CSC – Cannabis Social Club) : Ein nach § 4 KCanG genehmigter, gemeinnütziger Verein, der Cannabis gemeinschaftlich anbaut und an seine Mitglieder weitergibt. Maximal 500 Mitglieder, keine Gewinnerzielungsabsicht.

Autoflowering (Selbstblühend) : Cannabissorten, die automatisch von der Wachstums- in die Blütephase wechseln, unabhängig vom Lichtzyklus. Enthalten Cannabis ruderalis-Genetik. Geeignet für Anfänger und Outdoor-Anbau in kurzen Sommern.


B

Bhang : Traditionelles indisches Cannabis-Getränk aus gemahlenen Cannabisblättern, Milch, Gewürzen und Zucker. Wird zu religiösen Festen wie Holi und Shivaratri konsumiert.

Bioverfügbarkeit : Anteil eines Wirkstoffs, der unverändert den Blutkreislauf erreicht. Bei inhaliertem Cannabis: 10–35 % (abhängig von Zugtechnik), oral: 4–20 % (abhängig von Fettgehalt der Mahlzeit, First-Pass-Effekt in der Leber).

Blütephase : Die Phase im Lebenszyklus der Cannabispflanze, in der sie Blüten (Bud) ausbildet. Wird bei photoperiodischen Sorten durch 12 Stunden Dunkelheit ausgelöst. Dauer: 6–12 Wochen je nach Genetik.

Botrytis (Grauschimmel) : Ein Pilz (Botrytis cinerea), der besonders in der Blütephase bei hoher Luftfeuchtigkeit auftritt und ganze Buds von innen heraus zerstört. Erkenntlich an grauem, pelzigem Belag.

Bud (Blüte, Dolde) : Die getrockneten, unbestäubten Blütenstände der weiblichen Cannabispflanze. Enthält die höchste Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen.


C

Cannabinoide : Eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die auf die CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems wirken. Die bekanntesten: THC, CBD, CBG, CBN, THCV. Cannabinoide kommen natürlich in der Cannabispflanze vor (Phytocannabinoide) oder werden vom Körper selbst produziert (Endocannabinoide).

Cannabutter (Cannabis-Butter) : Mit Cannabis angereicherte Butter. Grundlage für viele Edibles. Herstellung: Decarboxylierte Cannabisblüten werden in Butter bei niedriger Hitze (ca. 80 °C) über mehrere Stunden ausgezogen.

CanG (Cannabisgesetz) : Das deutsche Gesetz zur Teillegalisierung von Cannabis, in Kraft seit dem 1. April 2024. Besteht aus dem KCanG (Konsumcannabisgesetz) und MedCanG (Medizinalcannabisgesetz). Erlaubt Eigenanbau (bis 3 Pflanzen), Anbauvereinigungen und medizinisches Cannabis auf Rezept.

CB1-Rezeptor : Cannabinoid-Rezeptor, der hauptsächlich im zentralen Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) vorkommt. THC entfaltet seine psychoaktive Wirkung über CB1-Rezeptoren. → ECS im Detail

CB2-Rezeptor : Cannabinoid-Rezeptor, der vorwiegend im Immunsystem und peripheren Gewebe vorkommt. Spielt eine Rolle bei Entzündungsprozessen. CBD interagiert indirekt mit CB2.

CBD (Cannabidiol) : Das zweithäufigste Cannabinoid in der Cannabispflanze. Nicht psychoaktiv, aber angstlösend, entzündungshemmend und krampflösend. Seit 2018 von der WADA vom Dopingverbot ausgenommen. → THC vs. CBD vs. CBG

CBG (Cannabigerol) : Die „Mutter aller Cannabinoide“ – die biochemische Vorstufe, aus der alle anderen Cannabinoide gebildet werden. In jungen Pflanzen in höheren Konzentrationen vorhanden. Nicht psychoaktiv.

CBN (Cannabinol) : Ein Abbauprodukt von THC, das bei längerer Lagerung oder Hitzeeinwirkung entsteht. CBN hat eine schwach psychoaktive Wirkung (ca. 10 % von THC) und wird mit sedierenden Effekten assoziiert. → CBN – Das Schlaf-Cannabinoid

Chemovar (Chemischer Sorte) : Wissenschaftliche Bezeichnung für eine Cannabissorte basierend auf ihrem chemischen Profil (Cannabinoid- und Terpen-Zusammensetzung). Ersetzt zunehmend die veraltete Indica/Sativa-Klassifikation.

Chillum : Eine traditionelle Tonpfeife zur rituellen Verwendung von Cannabis, besonders in indischen Sadhu-Traditionen.

Curing (Aushärten) : Der kontrollierte Reifeprozess nach der Trocknung. Cannabis wird in luftdichten Gläsern über 2–8 Wochen bei 58–62 % RLF gelagert und regelmäßig gelüftet. Verbessert Geschmack, Aroma und Raucherlebnis durch Abbau von Chlorophyll und restlichen Zuckern.


D

Decarboxylierung (Decarb) : Chemische Reaktion, bei der durch Erhitzen (100–145 °C) die sauren Cannabinoid-Vorstufen (THCA, CBDA) in ihre aktiven Formen (THC, CBD) umgewandelt werden. Notwendig für die psychoaktive Wirkung und orale Aufnahme. → Decarboxylierung im Detail

DLI (Daily Light Integral) : Die tägliche Lichtmenge, die eine Pflanze erhält, gemessen in mol/m²/Tag. Für Cannabis in der Blüte werden 30–65 mol/m²/Tag empfohlen.

DWC (Deep Water Culture) : Eine hydroponische Anbaumethode, bei der die Pflanzenwurzeln direkt in einer sauerstoffangereicherten Nährlösung hängen. Auch als „Deep Flow” oder „Bubbler“ bekannt.


E

EC-Wert (elektrische Leitfähigkeit) : Maß für die Konzentration gelöster Salze (Nährstoffe) in Wasser oder Nährlösung. Gemessen in mS/cm (Millisiemens pro Zentimeter). Für Cannabis: 0,8–1,8 mS/cm (Vegetativ) bzw. 1,2–2,2 mS/cm (Blüte).

Edibles : Cannabis-haltige Lebensmittel (Kekse, Brownies, Gummibärchen, Getränke). Wirkungseintritt: 30–120 Minuten (oral) vs. Sekunden (inhalativ). Wirkungsdauer: 4–8 Stunden (stärker und langanhaltender als inhalation).

Endocannabinoid-System (ECS) : Ein körpereigenes Signalsystem aus Rezeptoren (CB1, CB2), Endocannabinoiden (Anandamid, 2-AG) und Enzymen (FAAH, MAGL). Reguliert Homöostase: Appetit, Schlaf, Stimmung, Schmerz, Immunfunktion. → ECS ausführlich

Entourage-Effekt : Die These, dass Cannabinoide und Terpene in ihrer natürlichen Kombination synergistisch wirken und die Gesamtwirkung größer ist als die Summe der Einzelwirkungen. → Entourage-Effekt


F

F1-Hybride : Die erste Tochtergeneration einer Kreuzung zweier genetisch unterschiedlicher Elternlinien. F1-Hybride sind besonders wüchsig (Heterosis-Effekt) und uniform. → F1-Hybriden im Detail

Fensterplatz (Grow) : Umgangssprachlich für einen kleinen Indoor-Anbau auf der Fensterbank oder unter einer schwachen Pflanzenlampe, meist mit Autoflower-Sorten.

Flushing (Spülen) : Das Gießen mit reinem Wasser (ohne Dünger) in den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte. Ziel: Ausspülen überschüssiger Nährstoffe, um einen „saubereren” Rauchgeschmack zu erzielen. Wissenschaftlich umstritten.


G

Guerrilla Growing : Heimlicher Anbau von Cannabis an abgelegenen Orten im Freien (Wälder, Brachflächen). In Deutschland rechtlich nicht erlaubt, da der Eigenanbau auf dem eigenen Grundstück erfolgen muss.


I

Indica vs. Sativa : Zwei traditionell unterschiedene Cannabistypen. Die Einteilung ist botanisch haltbar (Pflanzenmorphologie), aber für die Wirkungsvorhersage weitgehend irrelevant. Entscheidend ist das chemische Profil (Chemovar). → Mythos 1 im Detail

IPM (Integrated Pest Management) : Integrierter Pflanzenschutz – Kombination aus biologischen, kulturellen und physikalischen Maßnahmen zur Schädlingskontrolle ohne oder mit minimalem Chemieeinsatz. → Nützlinge im IPM


K

KCanG (Konsumcannabisgesetz) : Der Teil des deutschen Cannabisgesetzes, der den privaten Eigenanbau (bis 3 Pflanzen), Besitz (bis 50 g in der Wohnung, 25 g in der Öffentlichkeit) und Anbauvereinigungen regelt. In Kraft seit 1. April 2024.

Keimung : Der Prozess, bei dem aus einem Cannabissamen eine junge Pflanze (Sämling) wächst. Dauer: 24–120 Stunden. Optimale Bedingungen: 22–25 °C, hohe Luftfeuchtigkeit, Dunkelheit. → Keimung & Anzucht


L

LST (Low Stress Training) : Sanftes Biegen und Fixieren von Cannabiszweigen, um eine flache, gleichmäßige Kronenstruktur zu erzeugen („Screen of Green“ / ScROG). Fördert die Lichtausbeute und den Ertrag.

Landrasse (Landrace) : Ursprüngliche, lokal angepasste Cannabissorte, die über Jahrhunderte in einer bestimmten Region kultiviert wurde (z. B. Afghanische, thailändische oder jamaikanische Landrassen). Genetisch vielfältig und an lokale Klimabedingungen angepasst.

LED (Light Emitting Diode) : Moderne, energieeffiziente Beleuchtungstechnologie für den Indoor-Anbau. Vorteile: geringer Stromverbrauch, wenig Abwärme, volles Spektrum. → LED-Beleuchtung im Detail

Living Soil : Ein biologisch aktives Substrat, das durch Regenwürmer, Mikroorganismen und Mykorrhizapilze ein selbstregulierendes Ökosystem bildet. Benötigt weniger Düngung, aber kontinuierliche Pflege. → Living Soil


M

MedCanG (Medizinalcannabisgesetz) : Der Teil des CanG, der die Verschreibung und Abgabe von medizinischem Cannabis regelt. Cannabis auf Rezept ist seit 2017 in Deutschland legal (§ 31 SGB V).

Mikrodosierung : Die regelmäßige Einnahme sehr kleiner Cannabismengen (1–2,5 mg THC) unterhalb der Wahrnehmungsschwelle – kein Rausch, aber subtile Effekte wie Stressreduktion. → Mikrodosierung Leitfaden

Mykorrhiza : Symbiotische Pilze, die mit den Wurzeln von Cannabispflanzen zusammenleben. Die Pilze liefern Wasser und Nährstoffe (besonders Phosphor), die Pflanze liefert Zucker. → Mykorrhiza im Outdoor-Anbau


P

PH-Wert : Maß für den Säuregehalt der Nährlösung oder des Bodens. Cannabis bevorzugt pH 5,8–6,5 (Hydro/Sollless) bzw. pH 6,0–7,0 (Erde). → pH & Düngung

Pheno (Phänotyp) : Die äußeren Merkmale einer Cannabispflanze (Wuchsform, Blütenstruktur, Geruch, Farbe), die durch die Interaktion von Genetik und Umwelt bestimmt werden. Selbst aus einer Samenpackung können verschiedene Phänotypen entstehen. → Phenohunting

Photoperiode : Das Verhältnis von Licht- zu Dunkelstunden, das den Blütebeginn bei photoperiodischen Cannabissorten steuert. Typisch: 18/6 (Vegetativ) → 12/12 (Blüte).

PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) : Die Anzahl der photosynthetisch aktiven Photonen, die pro Sekunde auf eine Quadratmeterfläche treffen. Gemessen in µmol/m²/s. Ideal für Cannabis: 400–900 µmol/m²/s (je nach Phase und CO₂).


R

RLF (relative Luftfeuchtigkeit) : Die tatsächliche Wasserdampfmenge in der Luft als Prozentsatz der maximal möglichen. Für Cannabis: 60–70 % (Vegetativ) → 40–50 % (späte Blüte).

Runner's High : Das euphorische Gefühl nach intensiver körperlicher Betätigung, das maßgeblich durch die Freisetzung von Anandamid und nicht – wie lange angenommen – durch Endorphine verursacht wird. → Cannabis & Sport


S

Samenkunde : Die Lehre von Cannabissamen: reguläre (weiblich/männlich), feminisierte (nur weiblich) und automatische (autoflowering) Samen. → Samenkunde

ScROG (Screen of Green) : Eine Anbautechnik, bei der ein Gitter (Screen) über die Pflanzen gespannt wird, durch das die Triebe geflochten werden. Erzeugt eine gleichmäßige, flache Kronenstruktur für maximale Lichtausbeute. → Trainingsmethoden

SOG (Sea of Green) : Anbaumethode mit vielen kleinen Pflanzen pro Quadratmeter (ca. 9–16/m²), kurzer Vegetationsphase und schnellem Blütebeginn. Maximiert den Ertrag pro Fläche bei minimaler Anbauzeit.


T

Terpene : Aromatische Verbindungen, die für den Geruch und Geschmack von Cannabis verantwortlich sind. Über 150 verschiedene Terpene bekannt. Wichtige: Myrcen (erdig), Limonen (zitrus), Pinen (Kiefer), Linalool (Lavendel), Caryophyllen (pfeffrig). → Terpene & Entourage-Effekt

THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) : Der primär psychoaktive Wirkstoff der Cannabispflanze. Wirkt als Agonist an CB1-Rezeptoren. Medizinische Anwendungen: Schmerzlinderung, Appetitanregung, Übelkeitsreduktion. → THC, CBD & CBG im Vergleich

THCA (Tetrahydrocannabinol-Carbonsäure) : Die nicht-psychoaktive Vorstufe von THC in der frischen Pflanze. Wird durch Decarboxylierung (Erhitzen) in THC umgewandelt.

Topping : Das Durchtrennen des Haupttriebs einer Cannabispflanze, um mehrere gleichberechtigte Haupttriebe zu erzeugen. Fördert eine buschigere Wuchsform und höhere Erträge bei gleichmäßigerem Blütenstand.

Trichome : Harzproduzierende Drüsenhaare auf der Oberfläche von Cannabisblättern und -blüten. Enthalten die höchste Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen. → Trichome im Detail

TUE (Therapeutic Use Exemption) : Eine Ausnahmegenehmigung der WADA, die es Sportlern erlaubt, eine ansonsten verbotene Substanz (wie THC) zu medizinischen Zwecken zu verwenden. Kann bei Cannabis-Patienten im Leistungssport beantragt werden.


V

Vaporizer : Ein Gerät, das Cannabis auf eine Temperatur erhitzt, bei der Cannabinoide und Terpene verdampfen (160–210 °C), ohne dass die Pflanze verbrennt. Gilt als gesündere Alternative zum Rauchen. → Vaporizer-Guide

Vegetative Phase : Die Wachstumsphase der Cannabispflanze, die nach der Keimungsphase beginnt und bis zum Blütebeginn andauert. In dieser Phase entwickelt die Pflanze Stängel, Blätter und Wurzelsystem.

VPD (Vapor Pressure Deficit) : Der Dampfdruckdefizit – die Differenz zwischen dem Wasserdampfdruck in der Luft und dem maximal möglichen bei gesättigter Luft. Steuert die Transpiration der Pflanze. Optimaler Bereich: 0,8–1,5 kPa. → VPD-Management


W

WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) : Internationale Organisation, die Dopingregeln im Sport festlegt. THC ist auf der WADA-Verbotsliste (nur im Wettkampf, Grenzwert 150 ng/ml Urin). CBD ist erlaubt. → WADA-Regeln im Detail


Z

Zwitter (Hermaphrodit) : Eine Cannabispflanze, die sowohl männliche als auch weibliche Blütenorgane ausbildet. Kann durch Stress (Lichtlecks, Hitze, Überdüngung) oder genetisch bedingt auftreten. Führt zur Bestäubung der weiblichen Blüten und Samenbildung. → Zwitterbildung verhindern


* EMCDDA (2021) – Cannabis Glossary of Terms (PDF) * Piomelli D (2017) – Endocannabinoid System: A Brief Review – Cannabis and Cannabinoid Research * Wikipedia – Cannabis als Rauschmittel * Hanf Magazin – Cannabis-Fachmagazin * Cannabis-Mythen – Die 10 häufigsten Irrtümer * Cannabis-Grundlagen – Botanik, Chemie & Biologie


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